Der Hass

Das schrieb ich für alle, die zur Zeit hassen.

Was ich beobachte ist, dass Hass von vielen Menschen als etwas selbstverständliches angesehen wird und es völlig „normal“ ist, dem nachzugehen. Hass auf die Politiker, Hass auf die EU, Hass auf die Polizei, Menschenhass, Hass beim Auto fahren, Hass auf alles jenseits des Tellerrandes, Hass auf Religion, Hass auf Ungläubige, und schließlich Hass auf die „Fremden“ …Hass, Hass, Hass.

Völlig „normal“ ist es scheinbar, seinen negativen Emotionen in Form eines „shitstorms“ im Internet freien lauf zu lassen, und es wird als völlig selbstverständlich angesehen sich freiwillig an einem „Scheiße Sturm“ zu beteiligen, also willentlich eine Flut von „Scheiße“ zu schreiben, um alle anderen Meinungen oder das, was einem nicht passt niederzuknüppeln.

Hass ist das übelste aller Geistesgifte. Das Thema, was zur Zeit die Gesellschaft weiter spaltet sind die Flüchtlinge. Da Menschen eine starke Anhaftung an ihren Besitz verspüren, entsteht die Angst davor, „dass der Flüchtling/ Fremde uns alles wegnimmt“. Angst lenkt den Verstand in diese Richtung und es entsteht Hass. Nicht nur auf Flüchtlinge, sondern auch auf diejenigen, die keine Angst verspüren, die eine andere Meinung haben, die sich aktiv einsetzen und sich dazwischen stellen.

Aber da hört es nicht auf: Antwortet man  auf Hass mit Hass, dann wird man selbst zu einem Spielball dieses Giftes. Selbst wenn man einem guten Zweck nachgeht und man antwortet  mit Hass, um diesen Zweck „zu verteidigen“ so wird ein guter Zweck verdorben und zur Persiflage.

Es gibt auch kein „bisschen Hass“ und „ich hasse ja nur den und den“. Hass ist wie das Gift des grünen Knollenblätterpilzes, selbst nur „ein bisschen“ tötet.

Ich wünsche mir sehr, dass alle von diesem Gift loslassen. Das hat nichts mit verstellen oder verdrängen oder „Gutmensch sein“ zutun.

Śāntideva schreibt: „Es gibt kein Böses gleich dem Hass […] Das Denken kommt nicht zur Ruhe, es gewinnt nicht die Lust der Freude, es findet nicht Schlaf noch Beständigkeit, wenn der Stachel des Hasses im Herzen sitzt.

Die Gedanken drehen sich nur um ein Thema, man findet keine Ruhe, der Horizont versteinert, jede Nachricht geht an  die Nerven, man nimmt keine andere Meinung mehr als Meinung sondern nur als Angriff auf sich selbst wahr, das Innenleben wird angegriffen und zersetzt sich. Das persönliche Umfeld wird angegriffen und in Mitleidenschaft gezogen, weil jemand „anders denkt“ und als „blind“ betrachtet wird, während man sich selbst als „erwacht“ betrachtet. Man verliert Freunde, verbaut sich Wege und Erfahrungen.

Ich habe selbst davon gekostet und weiß, dass Hass im ersten Augenblick wie ein starkes, berauschendes, brennendes alkoholisches Getränk ist. Es bleibt aber nicht bei „einem“ Becher, und am nächsten Tag folgt der Absturz

Śāntideva schreibt weiter: „Darum möge er mit ganzer Kraft auf verschiedene Weise die Geduld üben. Weil ich sonst beginne, was mir von Nachteil, und weil ich vereitle, was mir von Vorteil ist, stellt sich die Unzufriedenheit ein. An dieser Nahrung sättigt sich der Hass und vernichtet mich.

Angst, Furcht, Anhaftung, Ablehnung, Hoffnung, Glück, Leid etc. alles entsteht im Lebendigen Verstand. Die meiste Zeit versuchen wir, das eine abzuwehren und dem anderen nachzujagen oder daran festzuhalten. Tauchen negative Emotionen auf, so rennen die einen dem hinterher, die anderen wollen es abschütteln und „hassen den Hass“.

Lasst es los. Lasst es erscheinen, beobachtet es und seht wie es wieder verschwindet – selbst die dunkelste Regenwolke wird mal vom Wind davon getragen.

Gedanken und Emotionen sind wie Blätter im Herbst, die in einem Bach fallen, kurzzeitig zusehen sind und dann weggetragen werden. Warum ihnen nachjagen oder sie verdrängen und sich verstellen?

Ein Kommen und Ein Gehen.

Mögen alle frei sein von den Dämonen der Angst und des Hasses!

Vigo

Von den kleinen und den großen Körpern

Die kleinen Körper belügen sich,

sie betrügen einander,

sie geben immer den anderen die Schuld,

sie reden schlecht über den anderen,

wenn er nicht dabei ist,

sie arbeiten nur zu ihrem Wohl …

sie vertrauen einander nicht

und überwachen sich.

[]

Die großen Körper belügen sich,

sie betrügen einander,

sie geben immer den anderen die Schuld,

sie reden schlecht über den anderen,

wenn er nicht dabei ist,

sie arbeiten nur zu ihrem Wohl …

sie vertrauen einander nicht

und überwachen sich.

[]

Der kleine Körper –

24/7 auf Krawall gebürstet-

verlangt vom großen Körper

„Ich möchte in Frieden leben!“

während er

seinen Nachbarn, seinen Nebenbuhler

seinen „Feind“, seinen Konkurrenten, et cetera

bedroht, bekämpft, belauscht, belügt, besiegt.

[]

Er kann nicht aufhören

und nicht verzeihen,

selbst nach 1000 Jahren

wirft er dem anderen

seine Verfehlungen vor;

er will aber das der große Körper,

sein Abbild,

aufhört und verzeiht.

[]

Guckst du in den Spiegel

dann siehst du

je nachdem,

ISIS

NSA

die Bundeskanzlerin

Obama,

Putin, et cetera

[]

Aber du siehst es nicht.

Die kleinen Körper belügen sich,

sie betrügen einander,

sie geben immer den anderen die Schuld.

„Geist schafft Materie.

Denn vor jeder materiellen Manifestation

steht die Idee.“

Oder ein Wahn.

.

Der Staat, den du so hasst, der bist DU! 

Vigo

Teutonische Tischgespräche I: Vereinsamung

Die „teutonischen Tischgespräche“ ist meine neue Reihe, in der ich versuche reale Gespräche oder den Zeitgeist einzufangen bzw. zu transkribieren. Ein bisschen was satirisches und ein bisschen was trauriges, aber auf jeden Fall etwas wirkliches.

Person 1: Wir müssen unbedingt was gegen die Vereinsamung machen. 

Person 1: DIE wollen den Menschen in

Person 1: kleine Zellen auflösen. DAS IST wirklich so!  

Person 2: Ja ich versuche das durch Kunst. Kunst verbindet und durch MEINE 

Person 2: Kunst mache ich die Welt besser.

Person 2: Ich will mich jedenfalls nicht klein machen lassen.  

Person 1: Ja …die Gesellschaft wird immer unmenschlicher.

Person 1: Ich bin da aber anders.        

Person 2: Freundschaft ist das wichtigste!

Person 3: Ich bin ganz alleine. Ich habe nicht mehr viele. 

Person 3: Wollt ihr mich nicht kennen lernen?    

Person 3: Ich mache alles für euch! Bitte lasst mich nicht alleine.      

Person 1: Was bist du denn für eine/r?

Person 2: Verschwinde!

Person 1: Manche Leute ..bilden sich einfach ein 

Person 1: uns ansprechen zu dürfen. tzz..

Vigo

Im Hofbräukeller Zwei

Immer wenn irgendwo auf der Welt „der starke Mann“ auftaucht, sind gewisse Kreise in Deutschland  frohlockend entzückt …

Und es beginnt der geopolitische Stammtisch Dadaismus

uiiii ...“

So ein Mann für DEUTSCHLAND …!“

Ahhhh …„“Ohhhh …

Ich kann DEN MANN verstehen …

Näher an der Natur …

Der ist nicht der Kriegstreiber …ist doch klar auf welcher Seite ich dann KÄMPFE!“

Die Allierten wollen durch Überfremdung Deutschland ausdünnen …

„... Das lassen DIE Russen nicht mit sich machen!“

„…Ich bin aber kein Nazi du Fascho!

Befreier!

Die MEDIEN sind manipuliert …ich vertrau‘ nur noch alternativen MEDIEN!

Gegenkraft …!

ICH bin erwacht …die anderen sind alle BLIND! …

Ich sammel nur FAKTEN!!!

Vigo

(basierend auf „Im Hofbräukeller“ von A. Paul Weber und einer Karikatur von Sheritans)

„Sei kein Prediger der Trostlosigkeit …“

Seit 2.000 Jahren ist es „fünf vor zwölf“ und sowieso ist alles immer schlecht und dem Untergang geweiht, die jüngere Generation ist verkommen, alles ist negativ und dunkel zu betrachten, Menschen sind „die größte Katastrophe“ und seit 2001 bricht jedes Jahr ein Weltkrieg aus …

Diesem Trend zur Negativität, der wie eine Modeerscheinung alle paar Jahrzehnte/ Jahrhunderte wieder erscheint setze ich als Zeichen einfach mal ein paar essayistische Notizen Ralph Waldo Emersons entgegen, die ich aus der Sammlung „Von der Schönheit des Guten“ entnommen habe, die ich hiermit jedem mal ans Herz legen möchte!

Es gibt schwarzgallige Skeptiker, die den Aasgeruch lieben und die Geschichte in ihren schauerlichsten Ereignissen aufsuchen: Verfolgungen, Inquisitionen, Bartholomäusmetzeleien, teuflische Ungeheuer, Nero, Cesare, Borgia, Marat, Lopez, Menschen in denen jeder Strahl Menschlichkeit erloschen war, Vatermörder, Muttermörder und andere sittliche Mißgeburten. Das sind keine erfreulichen Erscheinungen, aber sie können einen gesunden Geist nicht verwirren, sie fordern von uns ein rastloses Forschen nach der letzten Ursache und eine geduldige Betrachtung, die ebenso robust ist, wie die Tatsachen, die sich ihr entgegenstellen.

Wolf, Schlange und Krokodil sind nichts Unharmonisches im Haushalt der Natur, sondern haben die Bedeutung vom Hemmschuhen, Gassenkehrern und Wegmachern, und wir müssen einen ebenso großen Gesichtskreis haben wie die Natur, um mit bestialischen Menschen verkehren zu können und einzusehen, daß ihnen die Rolle von Scheuerknechten zugewiesen ist und daß sie mit der zunehmenden Veredlung unseres Planeten überflüssig werden und aussterben müssen.“ [aus Courage]

Überfluß liegt im Wesen der Dinge. Die Natur sendet kein Geschöpf, keinen Menschen in die Welt, ohne ihm einen kleinen Überschuß an Fähigkeiten mitzugeben. Der Planet braucht den Bewegungsimpuls, und so hat die Natur für jedes Wesen noch irgendeine besondere Triebfeder geschaffen, einen Puffer, der es auf seinem Wege vorwärts stößt: überall erblicken wir ein klein wenig mehr, einen Tropfen zuviel. Ohne Elektrizität würde die Luft verdorren, und ohnen einen bestimmten Ansporn, der alle Welt antreibt, ohne den scharfen Pfeffer der Bigotterie und des Fanatismus gäbe es keine Anregung, keine Tatkraft. Um das Ziel zu treffen, müssen wir darüber hinauszielen. In jeder Handlung ist irgend ein sonderbares Übermaß an Kraft wirksam. Im Pflanzenleben begnügen sich Blume und Baum nicht damit, einen einzigen Keim auszustreuen, sondern sie füllen die Luft und die Erde verschwenderisch mit ihren Samenkörnern.“ [aus Nature]

Die Gottheit scheint jede Seele, die ins Leben sendet, mit bestimmten höchstpersönlichen Vorzügen und Kräften zu bekleiden und auf dieses Kleid der Seele, die sie zu neuer Wanderung durch den Kreislauf des Irdischen entläßt, die Worte geschrieben zu haben: »Nicht übertragbar« und »Gilt nur für einmalige Fahrt«. Es ist tatsächlich ein irreführendes Ding um den geistigen Verkehr. Die Schranken sind zwar unsichtbar, dennoch können sie nicht überstiegen werden. So viel guter Wille sich mitzuteilen bei dem einen, so viel guter Wille bei aufzunehmen bei dem anderen droht beides in eines zu verschmelzen! – Aber das Gesetz der Individualität ruft seine geheimen Kräfte zu Heer: Du bist du, ich bin ich, und so muß es bleiben.

Denn die Natur wünscht jedem Ding seine Eigenart zu bewahren. Während jedes Individuum danach strebt, zu wachsen und zu herrschen und zu herrschen und zu wachsen bis an die äußersten Grenzen des Weltalls und jedem anderen Geschöpf das Gesetz seines Seins aufzunötigen, zielt Natur beharrlich daraufhin jedes vor jedem zu schützen. Jedes ist imstande, sich selbst zu verteidigen. Nichts ist so augenfällig wie der Nachdruck, mit dem ein Individuum vor dem anderen behütet wird in einer Welt, in der jeder Wohltäter leicht zum Missetäter wird, und zwar schon dadurch, daß er seine Fürsorge auf Gebiete ausdehnt, wo sie nicht mehr am Platz ist; in einer Welt, in der die Kinder in so hohem Grade der Willkür ihrer törichten Eltern preisgegeben zu sein scheinen, und in der fast alle Menschen zu sehr zur Geselligkeit und zur Einmischung in fremde Angelegenheiten geneigt sind.“ [aus Uses of great men]

Hänge kein trauriges Bild an deine Wand und beflecke dein Reden nicht mit schwarzer Schwermut. Sei kein Zyniker und kein Prediger der Trostlosigkeit. Jammere und wehklage nicht. Lasse alle verneinenden Reden. Belebe uns durch unaufhörliches Bejahen. Erschöpfe dich nicht in Kritteleien und kläffe nicht gegen das Schlechte, sondern erzähle uns von der Schönheit des Guten. 

Zerstören ist billig und leicht. All die lustigen Jungen und unschuldigen Mädchen auf dem Schulwege, deren Wangen und Herzen von guten Vorsätzen glühen, kann ein Zyniker durch ein einziges Wort hart und kalt machen. Ja das ist leicht; aber der jungen Seelen helfen, ihre Kraft vermehren, ihre Hoffnungen beleben, die Funken zur heilsamen Flamme anfachen, ihren Mißerfolgen durch neuen Gedanken und Anregungen, durch herzhafte Ermunterung begegnen, das ist nicht leicht, das ist das Werk göttlicher Menschen.“ [aus Friendship]

Vigo

Pray for Nepal / Tibet / India / Lampedusa …

Prayer to Padmasambhava when Elemental Forces Threaten as Destructive Dangers
Gebet an Padmasambhava, wenn elementare Kräfte zur Bedrohung werden
ས་ཆུ་མེ་རླུང་འབྱུང་བའི་བར་ཆད་ཀྱིས༔
SA CHU ME LUNG JUNG-WA’Y BAR-CHHAY KYII
When the obstacles from earth, water, fire or air
Wenn Gefahren der Erde, des Wassers, des Feuers oder der Luft

སྒྱུ་ལུས་ཉེན་ཅིང་འཇིག་པའི་དུས་བྱུང་ཚེ༔
GYU-LÜ YAR-PO JIK LA T’UK-PA’Y TS’E
Threaten to destroy our borrowed illusory bodies,
unsere illusorischen Körper gefährden oder zerstören

ཡིད་གཉིས་ཐེ་ཚོམ་མེད་པར་གསོལ་བ་འདེབས༔
YI-NYII T’E-TS’OM MEY PAR SÖL-WA DEP
Without second thoughts or hesitation, we pray
Beten wir ohne Zögern und Zweifel

ཨོ་རྒྱེན་འབྱུང་བ་བཞི་ཡི་ལྷ་མོར་བཅས།
OR-GYEN JUNG-WA ZHI YI LHA-MOR CHAY
To you Master from Oḍḍiyāna, with the four elements‘ Goddesses
Zu dir Meister aus Oḍḍiyāna, zusammen mit den Göttinnen der vier Elemente,

འབྱུང་བ་རང་སར་ཞི་བར་ཐེ་ཚོམ་མེད།
JUNG-WA RANG-SAR ZHI-WAR T’E-TS’OM MEY
Have no doubt that the elements will be pacified in their own place!
Dass ihr ohne Zweifel die Elemente wieder befrieden werdet!

ཨོ་རྒྱན་པདྨ་འབྱུང་གནས་ལ་གསོལ་བ་འདེབས།
OR-GYEN PAY-MA JUNG-NAY LA SÖL-WA DEP
We pray to Oḍḍiyāna Padmakara:
Wir beten zu dir Padmakara aus Oḍḍiyāna:

བསམ་པ་ལྷུན་གྱིས་འགྲུབ་པར་བྱིན་གྱིས་རློབས།
SAM-PA LHÜN GYII DRUP-PAR JIN-GYII-LOP
Grant your blessings that our wishes be spontaneously accomplished!
Gewähre uns deinen Segen, auf dass unsere Wünsche sich von selbst erfüllen!

[Translated by Sherab Zangpo]

Om Ah Hung Benzar Guru Pema Siddhi Hung! 

Om Mani Peme Hung Hri!

Vigo